Der Mann meines Lebens

Bei einem der letzten Einträge schrieb Milou so etwas wie, dass Rüdiger wohl nicht zu mir passen würde. Kann schon sein, aber das tut es die Mehrheit der Männerwelt wohl auch nicht. Ich habe evtl. die Hälfte meines Lebens damit verbracht, ihn nicht gefunden zu haben, also kann es ihn schon mal nicht geben. Immmerhin hat meine jetzige Beziehung nichts Kompliziertes, das waren eigentlich alle anderen. Natürlich arbeite ich mehr an der Beziehung, weil auch ein Kind im Spiel ist, aber ich würde nicht wollen, dass man WEGEN der Beziehung zusammen bleibt.

Der Urlaub in Deutschland war wirklich toll. Wir hatten viel Spass und Jakob hat das erste Mal Silvester in Deutschland verbracht. Wir haben uns alle drei gut verstanden wie eigentlich in jedem Urlaub.

Anfang des Jahres krachte es aber gerade wegen dem Kind so sehr, dass ich meinte, das ginge so nicht weiter. Wir fanden auch nach Gesprächen keine Lösung. Ich gab zur Bedingung, entweder wir lassen uns beraten oder das war´s. Und so gingen wir zur Familienberatung. Es war mir vor allem wegen dem Kind wichtig, egal was sein wird, er wird immer sein Vater bleiben. Ein Satz hatte mich sehr verärgert. Er sagte zu Jakob als dieser ihm gegenüber abweisend war: Du wirst mich noch viele Jahre ertragen müssen. Also das wünsche ich meinem Kind nun wirklich nicht, „seine Eltern zu ertragen“.

Ich bin wirklich erstaunt, wie gut die Entscheidung war. Ich hatte ein bisschen Angst, die Kultur würde sich mir querstellen, aber es ist gar nicht so. Es gibt mir Recht, ohne dass es eine Schuldzuweisung geben muss. Ich hoffe, es bringt etwas auf lange Sicht. Zumindest zur Zeit scheint er es verstanden zu haben. Die Männer sind auf einer Fahrradtour. Wir gehen immer noch hin. Immerhin habe ich dann alles Mögliche versucht, vielleicht kann sich wieder Vertrauen und Respekt entwickeln, ich hoffe es.

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Geschichten, die das Leben schrieb

Lang nicht mehr gemeldet, finde ich selbst doof. Irgendwie fühle ich mich nicht frei, vielleicht, weil es wordpress ist, vielleicht weil bloggen so berühmt geworden ist?

Eigentlich, Quatsch…denn es liest mich hier ja kaum jemand. Aber dann schreibe ich irgendwie immer denselben Mist.

Aber…es geht mir gut. Das ist doch die Hauptsache.

Ich habe ja schon immer gerne wahre Geschichten gelesen. Oder auch geguckt. Am liebsten gucke ich so richtig fiese Lebensgeschichten bei Youtube, bei denen zum Beispiel Kinder bei der Geburt vertauscht wurden und es das eine super schwer hatte. Oder auch Berichte, z.B. über Resilienz. Dort heisst es, ca. ein Drittel der Menschheit sei von Geburt an resilient.

Ich würde ja behaupten, ich gehöre dazu, sonst hätte ich meine Kindheit nicht so gut überstanden.

Und deshalb lese ich wohl auch gerne Online-Tagebücher. Geschichten, die das Leben schrieb. Mit Science-Fiction konnte ich noch nie was anfangen, ich mag lieber die reale Welt.

Sehr erheiternd fand ich letztens als ich selbst in einem eigentlich für mich fremden Leben vorkam. Ich habe mich wirklich amüsiert, später aber musste ich doch viel nachdenken.

Es geht um einen Eintrag von Mo the Show, der über das Fremdgehen berichtet.
Mir kam gar nicht in den Sinn, dass ihm nicht in den Sinn kam, dass ich NICHT lesen würde. Ich lese fast alle alten Schreiber noch.

Und dort dann durfte ich endlich erfahren, dass ich vor vielen Jahren betrogen wurde. Vermutet hatte ich das ja schon immer, allerdings mit seiner jetzigen Frau. Seien wir ehrlich. Ich wusste ja schon von alten Beiträgen, dass es bei ihm vorkam. Jedenfalls war es meine Vermutung als die Beziehung den Bach runter ging und er kein Klärungsbedarf hatte.

Allerdings wenn ich so nachdenke, und diese Fragen sind hypothetisch, eine Antwort erwarte ich nicht:

Warum wurde es verheimlicht? Warum wurden keine Konsequenzen gezogen?
Es hätte mir so vieles vereinfacht, Zeit gespart. Es gibt keine besseren Schluss-Strich als diesen. Es gab keine Kinder, eine Fernbeziehung. Nein, da wird so rumerzählt, dass alles gerade aussieht. Verlogen. Um es sich einfacher zu machen. Weil Man(n) keine Eier in den Hosen hat. Aber wie gesagt, ich suche keine Antworten. Es wäre nur so einfacher für mich gewesen und ehrlicher.

Ok, wegen einer Sache könnte ich mir den A…beissen. Ich hatte kurz bevor Schluss war einen Mann kennen gelernt. Ich konnte es nicht lassen und traf ihn nach zwei Treffen dann alleine, ohne meine Beweggründe zu verstehen. Und als wir schon den halben Tag verbracht hatten, knallte ich ihm zum Selbstschutz rein: Ich gehe vielleicht nach Deutschland zu meinem Freund.

Schliesslich war ich in einer Beziehung.

Wie wäre es wohl weitergegangen, wenn ich das nicht so gesagt hätte?

Dem Mann fiel die Kinnlade runter. Nach dem Drink nahm er seine Jacke und ging.

Ich glaube, er hatte echtes Interesse. Vielleicht hätte ich heute drei Kinder mit ihm.

Vielleicht hätte ich auch nur ne nette Nacht mit ihm gehabt. Aber ich war ehrlich.

Ich hatte dieses Ereignis zugegebenermassen schon wieder vergessen, und es fiel mir erst wieder ein als ich Mos Eintrag las und versuchte, darüber nachzudenken, wann es gewesen sein könnte. Das soll jetzt nicht so schicksalsmässig rüberkommen.

Was ich wirklich gar nicht bereue: Ich bin mir selbst treu geblieben.

Ich bin da geblieben, wo ich glücklich war und glücklich bin, ich habe meinen Traum weitergelebt.

 

 

 

 

Bittersüss

Heute habe ich frei, habe mir bis Weihnachten eine 4-Tage-Woche geschaffen, weil ich noch Resturaub hatte, den ich bis Ende des Jahres genommen haben muss. Habe ich dann mal einen Moment für mich, heute sind es sogar Stunden, fange ich an, über mein Leben nach zu denken. Nachwievor fühle ich mich etwas gefangen in meiner Entscheidung zu meiner Beziehung, andererseits geht´s mir im Leben nicht schlecht, ich würde es als bittersüss bezeichnen.

Kind, Freunde, Job im Grossen stimmt es doch, es ist ok, manchmal bin ich sogar stolz.

Mein Kind liebe ich einfach abgöttig. Die Tage haben wir uns über Gott und die Welt unterhalten im wahrsten Sinne des Wortes. Es fing an mit: „Mama, wie kam der erste Mensch auf die Welt?“ In diesen Tagen habe ich jegliche fällige Themen abgeklopft, von Gott und Religion, über Evolution bis zur Aufklärung. Ich wollte möglichst neutral bleiben und erklärte, dass manche an die Evolution glauben, andere an Gott wie er die Welt erschuf. Er dachte kurz nach und meinte: Mama, ich glaube, wir stammen von den Affen ab, das habe ich im Museum gesehen!

Mein Vater hatte meinem Sohn mal eine Kinderbibel geschickt. Weiss der Geier warum, er müsste wissen, dass ich aus der Kirche ausgetreten bin, vielleicht aber auch nicht.
Nachdem diese zwei Jahre auf dem Schrank lag, fragte ich eine Freundin, ob sie sie haben wolle, ihre Kinder sind getauft. Sie freute sich und meinte, dass sie zumindest darüber etwas wissen sollten. Da hat sie absolut recht. Ich wollte dann mit dem Thema zu Weihnachten anfangen, aber ok, Jakob kam mir zuvor.

Das sind dann die Momente, dich ich total schön finde und mir als Mutter immer ausgemalt habe.

Ich finde meinen Sohn einfach klasse, klar, es ist meiner ;). Sehr wissbigierig, ziemlich schlau, testet aber auch gerne seine Grenzen. Damit hat Rüdiger ein Problem. Ich gar nicht.

Disziplin käme vor Liebe sagte er letztens. So ein Scheiss dachte ich nur. Es ko… mich nur an, dass ich dann als „laisser-faire“ Mama dastehe. Es gibt aber auch eine gute Mitte finde ich!

Bei der Arbeit lasse ich alles auf mich zukommen. Habe noch eine besch… Prfüfung kurz vor Weihnachten, aber ich glaube, es ist ganz gut so, sonst wäre ich fast schon zu relaxt.

Ich bin versetzt worden, mein Ex-Chef hat kein Wort mit mir darüber geredet. Keine professionelle Art, aber nach 7 Jahren stumpft man bei sowas ab. Meinen Ingenieurstitel habe ich aber immer noch, nur ein anderer. Der andere war mir sogar eher peinlich, weil ich gar keine Kenntnisse dafür hatte, man sie mir aber für 6 Wochen zutraute. Deswegen wurde ich aber nicht versetzt, mein neuer Kollege auch, obwohl er auch für was anderes eingestellt wurde, weil wir eben besser zu Abteilung xy passen würden.  Habe dann Rüdiger davon erzählt, der nur im abfälligen Ton meinte: „Du bist stolz auf Titel?“. Es ist ja wohl legitim, dass man sich nicht Kartoffelschäler nennen will, wenn man eigentlich als Koch arbeitet, auch wenn man keine Kochausbildung hat. (Ich habe nicht studiert). Also erlaube ich mir zu sagen, dass mich ein Kartoffelschälertitel stören würde, ja. Mein fehlendes Interesse für Karriere sollte eigentlich klar sein. Wenn ich dann mal einen Job haben sollte, der mich von Herzen interessiert UND ernährt, erst dann habe ich es wirklich geschafft.

Mein Geldsegen von dem ich privat erzählt hatte, hat mir gezeigt, dass es mir materiell an nichts fehlt. Ok, wenn eine 0 mehr dran gewesen wäre, hätte das wohl schon was verändert, aber ich habe das meiste Geld immer noch auf dem Konto. Davon bezahlt habe ich unseren Sommerurlaub, die deusche Ferienbetreuung von Jakob und einen privaten Laptop, da ich mich mit der neuen Firma nicht traue, privat zu surfen. Ein Auto wird mal fällig, aber ich habe letztens in der engen Tief-Garage des Büros das 3. Mal die grüne Wandfarbe an meinem Auto verewigt, also ein Neues wird es garantiert nicht.
Nicht das Geld an sich macht glücklich, sondern die Erkenntnis, dass man nie etwas Materielles vermisst hat und es einem so viel bewusster wird. Ich werde schon noch was damit machen, aber ich habe da so ein paar Strategien…

Ansonsten freue ich mich auf die Adventszeit….

 

 

TÜV

Der Tag fing nicht sehr vielversprechend an. Es goss wie aus Eimern. Ich hatte online einen Arzttermin ausgemacht, weil Jakob abends ganz schlimm hustete. Morgens ging es besser, ich cancelte den Termin wieder mit einem schlechten Gewissen und brachte ihn direkt in den Kindergarten. Regen bedeutet hier sowas wie in meiner Heimat ein grosses Schneechaos. Normalerweise warte ich das Heftigste ab, arbeite von zu Hause und fahre dann ins Büro. Aber ich hatte einen Termin bei der Werkstatt gegenüber vom Büro. Ich war nämlich letzte Woche beim TÜV, leider nicht erfolgreich, aber egal. Später mehr. Und da stand ich dann erstmal im Stau. Nach 1 h 40 min kam ich an. Ausserhalb der Rush-hour sind es eigentlich 20-25 Minuten. Morgens sind es geplante 50 Minuten….dort viel später angekommen meinte der Mechaniker, es seien jetzt so viele vor mir reingekommen, er wüsste nicht, ob er das heute noch schaffe. Na, danke. So mag man die Morgende. Aber ich hatte Glück er fand den Fehler beim Licht. Wenn man bremste, gingen andere Lichter zum Teil aus. Ehrlich gesagt weiss ich bis heute nicht welche, da nur hinten. Rüdiger hatte sie letztes Jahr ausgetrickst, aber ich hatte falsch verstanden wie, und so bemerkten sie den Fehler, und das Auto fiel durch. Ach so, ich weiss gar nicht mehr genasu wie das in Deutschland läuft, aber hier fährt man durch eine Art Parkour. Ich liebe es, wenn es auf catalán heisst: Und jetzt Fernlicht an. Und jetzt … Ich war ja schon nervös genug, da die Fahrertür  von innen nicht mehr aufgeht. Da hatte ich Glück: Ich wurde gebeten, auszusteigen. In dem Moment drehte sich der Prüfer kurz um, und ich öffnete schnell von aussen mit sowieso schon geöffnetem Fenster. Als Mangel wurde also nur das Licht aufgeführt.
Der Mechaniker heute guckte auch kurz auf die Tür, aber das sei komplizierter und würde länger dauern, also da mal gucken, das Auto ist ja schon 14 Jahre alt, und ich freue mich über jedes weitere Jahr. Jedenfalls fuhr ich heute ohne Termin vor, musste mich aber genauso anstellen wie die neu geprüften Autos. 1 H 15 Minuten! Letzte Woche wartete ich mit Jakob keine 10 Minuten. Die wollten mich bestimmt ärgern, weil ich durchgefallen war, wenigstens kostet das erneute Vorfahren nix. Diesmal bekam ich den Aufkleber und der Prüfer sagte: Bis in zwei Jahren! Ich dachte, er hatte sich versprochen, denn ein Auto ab 10 Jahre muss hier jährlich zum TÜV. Kostet aber auch „nur“ 40 EUR. Zu Hause meinte Rüdiger, das sei bestimmt ne neue Bestimmung wegen der Dieselsache, und ich dachte, das sei eine neue EU-Norm. Ich guckte mir den TÜV Bericht an und fand den Fehler: Die hatten mein Auto 10 Jahre jünger gemacht. Da auf dem Fahrzeugschein auch der Stempel bis 2020 zeigt, der Aufkleber auf dem Auto sowieso habe ich keine Bedenken. Bis also in zwei Jahren, falls es bis dahin überhaupt mitmacht ;).

Im Himmel und auf Erden…

Jakob fragt mich oft über seine deutsche Oma, ok, die war gar nicht deutsch, aber ich will es jetzt nich so kompliziert machen, für ihn ist es die tote Oma in Deutschland.

Es beschäftigt ihn sehr, dass ich keine Mama mehr habe.

Wo ist die denn? Im deutschen Himmel, oder ist der Himmel international. Schön wäre es ja, wenn es ein Arenal wäre, aber dann wäre es schon sehr voll und ob man sich da gleich wieder findet?

Ich fing damit an, dass die toten Menschen im Himmel leben. Bis wir mal auf einen Friedhof sind. Da fragte Jakob prompt: Liegen da überall tote Menschen unter der Erde, ich dachte, die sind im Himmel? Ok, da ich nicht an Gott glaube sage ich, dass die toten Menschen vielleicht im Himmel sind, auf jeden Fall leben sie in unseren Gedanken weiter, aber die Körper sind eben unter der Erde.

Erst jetzt kam die Frage, woran die Oma gestorben sei. Letztens wollte sich Jakob nicht anschnallen, schliesslich hätten wir NIE einen Unfall. Ich erklärte ihm, dass sich sein deutscher Opa auch nie anschnallte und immer meinte, er hätte schliesslich all die Jahre keinen Unfall gehabt. Dann schon und dann musste er ein Jahr im Krankenhaus bleiben. 100% erholt hat er sich nie, das ist Jakob auch schon aufgefallen.

In dem Moment wusste ich gar nicht was ich sagen sollte, eigentlich weiss ich es nie, weil mir einfach keine gescheite Antwort einfällt. Man wird selten gefragt, aber wenn dann stocke ich. Also sagte ich: Sie hatte einen Unfall. Und Jakob fragte: War sie auch nicht angeschnallt? Ich gebe zu, ich sagte dann: Genau.

Ich denke die einfachste ehrliche Antwort wäre: Sie ist die Treppe runtergefallen. Dann befürchte ich aber, Jakob hätte evtl. Angst vor Treppen. Er hat zwar keine Angst vor Auto fahren, ihm ist aber Anschnallen mittlerweile wichtig.

Vielleicht fällt mir das mit den Treppen schwer zu sagen, weil es wirklich absurd ist, weil es ganze drei Stufen waren. Jetzt wo ich es aufschreibe, ist es für mich die beste Antwort.
Die ganze Geschichte dahinter, nun, die kann sich ja keiner dazu denken. Es war für nur eine Frage der Zeit, wann etwas passieren würde. Ich hielt meine Mutter schon vor dieser Tragödie nicht mehr für zurechnungsfähig. Sie war da auch schon einige Wochen vom Psychater krank geschrieben, kam mit ihrem Leben nicht mehr zurecht. Gesoffen hatte sie quasi schon viele Jahre, also seit meiner Kindheit. Ich glaube, zusätzliche Tabletten kamen auch noch dazu, da sie dem Psychodoktor vorgaukelte, sie würde mit der Lebensgefahr meines Vaters nicht zurecht kommen. Das brachte aber das Fass nur zum Überlaufen, sie war einfach nicht mehr belastbar. Die Kripo kam ja auch, letzendlich hat sie den genauen Vorhergang mit ins Grab genommen.

Mir hatte sie immer erzählt, ihre Mama war immer krank und ihr Vater starb 3 Monate danach aus Kummer. Kann ich mir bei Männern vorstellen, aber ich glaubte schon ziemlich lange, mein Opa hatte sich totgesoffen, bis mir das meine Tante nach dem Tod meiner Mutter bestätigte. Dabei kannte ich ihn gar nicht. Nun ja, es ist nicht wichtig, aber wenn man von seinem Kind immer wieder gefragt wird, denkt man doch wieder darüber nach. Wenn er alt genug ist, kann ich ihm ja mehr von allem erzählen.

 

So ein Tag so wundersch… wie heute…

Ist eigentlich gemein, ich finde meist hier her, wenn ein Tag nicht so schön war 😉 aber ich k… mich mal schnell aus, dann hake ich den Tag einfach ab ;).

Also auf der Arbeit herrlich. Man will mir etliche Meetings reindrücken, nicht etwa morgens nein, am aller liebsten so um 17, 18 Uhr. Und wenn ich sage, dass ich da schon Feierabend habe, nein, nicht etwa um ein Feierabendbier zu trinken, sondern um mein Kind zu betreuen, wird das mit dem Kopf schütteln und räuspern gerade so hingenommen. Auch ein tägliches Absprechen wurde auf nachmittags gelegt und als ich darauf hinwies, dass ich meist da schon weg bin ein auffälliges Stöhnen vom Chef a la: Jetzt muss ich alles (wegen dir) umstellen. Das in Klammer habe ich mir nur dazu gedacht.

Morgen muss Rüdiger dann zum Arzt (was mir wiederum ein Durchhänger bringen wird, passiert automatisch, weil Rüdiger nur sagt, ihm tut´s noch weh, schwubbs weitere X Wochen Krankschreibung), er ist dienstags dran mit Abholen. Ich wollte eigentlich die Tage tauschen und Jakob abholen. Neeein, es muss unbedingt um 16 Uhr ein Meeting geben. Jakob muss in den Späthort, wird er überleben. Dann aber muss ich auf die Uhr gucken, schafft es Rüdiger rechtzeitig, bevor der Hort zumacht oder muss ich doch los, hoffnend, nicht in einen Unfallstau zu geraten. Dann ist da noch ein Geburtstag morgen. Ich habe erst heute gesehen, dass ich eigentlich um 19:30 Uhr ein Meeting drin hatte. Habe aber mit meinem Kollegen besprochen, das macht der auch nicht mit, ok. Da hatte ich schon Kopfschmerzen.

Dann die ständigen Whatsapp von Rüdiger, dass die Autoversicherung den vollen Betrag abgezogen hätten. Ich hatte ihm gut 6 Wochen vorher gesagt, dass diese fällig wird und ob er checken könnte, dass sie nicht den Vollbetrag abziehen. Und da er steif und fest behauptet, hier gäbe es keine Kündigungsfristen, musste er heute ganz doll kämpfen, um doch den Angebotspreis weiterhin zu haben. Ich habe mir erlaubt zu sagen, dass beim nächsten Mal auf den letzten Drücker wohl nicht so geeignet sei. Ich habe dabei wir benutzt und nicht „er“ mögen doch in Zukunft früher reagieren. Neeein, das sei ja meine Versicherung und ich hätte mich selbst drum kümmern können. Ok, ich lerne draus. Mache ich es beim nächsten Mal selbst. Ich gehe eben davon aus, dass wenn der Partner 6-7 Stunden frei hat am Tag, sich drum kümmern könnte. Aber da lag ich falsch.

Habe dann nebenher meine ersten frei gewordenen Aktien verkauft. Ich gehe so vor wie meine Stimmung ist ;). Immerhin, ich verkaufte sie zum Höchstpreis überhaupt bevor die Börse nach einer Talfahrt schloss. Das wären in wenigen Stunden 130 EUR weniger gewesen. Allerdings wurden mir zuviele Steuern abgezogen, was ich nicht ganz vertehe, da ich das Nicht-Residenten Formular ausgefüllt habe. Aber darauf habe ich echt gerade kein Nerv. Damit muss ich mich beschäftigen, bevor die Nächsten frei werden. das ist in 6 Wochen.

Mein Kind hat auch gerade komische Anwandlungen. Ist super lieb, aber reagiert dann  plötzlich mit Hauen oder gemeinen Handlungen, was ich eigentlich gar nicht kenne. Ich sagte Jakob, er soll baden kommen, dreimal, Kind ging nicht. Dann bin ich eben zuerst gegangen, das ging auf KEINEN Fall. Kind wollte JETZT baden, wo ich schon nackig drin stand. Da wir besprochen hatten, dass nicht gehaut wird, nahm er eben meine frischen Klamotten und schmiss sie wütend in die nasse Wanne, obwohl er erst noch überlegt hatte, mich zu hauen. Ich schickte ihn dann raus und schloss die Tür zu, um ihn auszubooten, kloppte er an die Tür…Hach, herrlich relaxend… Ich bin irgendwie erledigt und weiss gar nicht so genau, was ich da geschrieben habe. Ich schicke es mal ab…

 

 

Frei, freier…

Gestern habe ich mir einen neuen Laptop gekauft. Ich fühlte mich nicht wohl dabei, ständig zu überlegen, ob ich auf diese oder jene Seite wirklich surfen sollte, auch wenn ich auf stinknormalen Seiten surfe. Alleine, dass ich ein wirklich harmloses Programm wieder runterschmeissen sollte, fand ich sehr bezeichnend. Bin wieder für einen Konzern tätig, seit wir aufgekauft wurden, das merkt man in manchen Dingen. Dann traue ich mich vielleicht auch wieder etwas konkreter zu schreiben.

Ansonsten geht´s mir ganz gut. Wir waren 1 Woche nochmal hier in der Nähe in Urlaub. Mit anderen Familien, das war wahrscheinlich der erholsamste Urlaub überhaupt. Die Kinder haben sich weitgehend selbst beschäftigt. Morgen geht der Kindergarten nach 12 Wochen wieder los. Es wird höchste Zeit ;).